Willkommen
Geschichte
Stalag Luft III
Stalag VIIIC und VIIIE
Aussichtsturm
der Aufruf
Galerie
Kontakt
Links
Aussichtsturm
Geschichte

 

     Der evangelische Kirchturm aus dem 19. Jh. wurde im Jahr 2004 in einen Aussichtsturm umgestaltet. Am 2. November 2004 wurde er offiziell für Besucher wiedereröffnet. Im Jahr 2004 betrug die Besucherzahl 4.000 und im Jahr 2005 sogar 10.300 Personen. Die Daten wurden mit Hilfe von verkauften Eintrittstickets berechnet (davon ca. 1.000 ausländische Besucher, vor allem Deutsche). Im Aussichtsturm wurden Dauerexponate über die Geschichte der nicht mehr existierenden Gnadenkirche sowie über den Turm ausgestellt. Außerdem besteht im Aussichtsturm ein hervorragender Platz für die Präsentation von verschiedenen Zeitausstellungen. Es wurden unter anderen folgende Ausstellungen präsentiert: a/. „Die östlichen Landesgrenzen in den Jahren 1933 -1939 in der Fotografie“ – eine Fotoausstellung b/. „Der Erzbergbau in der Region“ – Bergwerkausstattung und Fotografien c/. „Johann Paulus II. Pontifikatschronik“ – Fotos und Bücher über Reisen nach Polen von Johann Paulus II d/. nachfolgende Ausstellung der Wettbewerbsmodelle des Aussichtsturms, welche durch Saganer Schüler gefertigt wurden Außerdem wurden im Aussichtsturm verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen durchgeführt, z.B.: Konzert am Valentinstag im Jahr 2005 und Sportaktivitäten. Anlässlich des Jahrestages des Aussichtsturms fand der „Lauf auf Zeit“ im Aussichtsturm statt. Die oben erwähnten Veranstaltungen sollen zukünftig jedes Jahr organisiert werden. Die Restauration der denkmalgeschützten Kapelle ermöglicht die ganzheitliche Nutzung dieses Raumes. In der Kapelle könnte man Ausstellungen präsentieren oder gelegentliche Begegnungen und ökumenische Gottesdienste organisieren. Die Krypta wird ebenfalls renoviert. Es soll dort ein Ausstellungsraum entstehen und, der mit Vitrinen ausgestattet ist. Es werden Zeit- und Festausstellungen präsentiert. Der Aussichtsturm sowie diese zwei Räume, d.h. die Kapelle und die Krypta, erhöhen die Attraktivität des Objektes als Ganze und steigern die Zahl der durch das Museum organisierten Angebote. Die neuen Angebote vergrößern das Interesse von Touristen sowie Einwohnern der Stadt Zagan. Spezielle Arbeiten am Mauerwerk sollen das Objekt vor Witterungseinwirkungen schützen.            

        

Text Aneta Hodowana

Übersetzung Aneta Byczkowska

Kalendarium.

 Kalendarium:

1517 – Auftritt von Martin Luther, Anfang der Reformation

1546 – 1555 – Religionskrieg 1555 – das Parlament in Augsburg, das so genannte Augsburgsche Parlament, verabschiedet den Religionsfrieden

1609 – schriftliche Bekenntnisgewährleistung für Protestanten; sie bezeichnet den Religionsfrieden

1618 – Beginn des 30jährigen Krieges

1648 – Unterzeichnung des westfälischen Friedens und die Beendigung des 30jährigen Krieges;  die Zustimmung für den Bau von 3 evangelischen Kirchen, so gen. Friedenskirchen

1668 – Aufnahme von evangelischen Kirchen in das Saganer Fürstentum

1706 – Unterzeichnung eines Vertrages in Altranstädt; der Zusage zum Aufbau von 6 Gnadenkirchen unter anderem in ¯agañ

1709 – Bestimmung des Bauplatzes für die Gnadenkirche in Zagan

1710 – Einweihung und die Benennung der Kirche – die Dreifaltigkeitskirche

1753 – Umbau der Kirche – die Erhöhung des Kirchturms

1804 –Beschädigung der Kirchenmauern durch eine Flut

1810 – 1859 – Reparaturarbeiten am Mauerwerk

1846 – Bau des 70 Meter hohen neugotischen Turmes

1873 – Restauration der Kirche 1952 – die Saganer Gemeinde verliert ihre Immobilien und kurze Zeit später auch die Kirche

1965 – Beschluss über den Abriss der Kirche

1991 – nochmalige Einweihung der Fürstenkapelle sowie die Beerdigung der Saganer Fürsten von Biron

1999 – 2004 – Investitionsbeschluss für die Renovierung des evangelischen Turmes

2004 – Beendigung der Renovierungsarbeiten und die Wiedereröffnung des Turmes als Aussichtsturm

Geschichte Evangelische Kirche in Sagan.

    Der Westfälische Frieden von 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, bestätigte für Schlesien die Freiheit des Religionsbekenntnisses für die Fürstentümer Liegnitz, Brieg, Wohlau, Oels und die Stadt Breslau. Zusätzlich durften in den habsburgischen Erbfürstentümer Schlesiens, und das waren alle übrigen Fürstentümer Schlesiens, drei evangelisch-lutherische Kirchen errichtet werden. Außerdem erhielten Schweden und die evangelischen Stände des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation ein Einspruchsrecht in schlesischen Religionsangelegenheiten gegenüber dem habsburgischen Kaiser.
Die drei gewährten sogenannten ’Friedenskirchen’ entstanden vor den Toren der Städte: 1651 jene in Glogau, genannt „Zur Hütte Gottes“, die heute nicht mehr existiert, 1652 die Schweidnitzer Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ und 1655 in Jauer die Kirche „Zum Heiligen Geist“. In Holzbauweise errichtet, mit Platz für bis zu 7.000 Personen stellen sie einzigartige Sakralbauten dar, die die UNESCO heute zum Weltkulturerbe zählt. Jenseits der Landesgrenzen wurden Kirchen ausgebaut und neue errichtet; man zählt etwa 150 solcher sogenannter ’Zufluchts- und Grenzkirchen’. Die evangelischen Schlesier waren der habsburgischen Gegenreformation ausgesetzt, Kirchen wurden geschlossen, Pfarrer vertrieben. Ab 1675, mit dem Aussterben der schlesischen Piasten, galt dies auch für die an den Kaiser gefallenen Fürstentümer. Die im Westfälischen Frieden garantierte Religionsfreiheit wurde erst 1707 wiederhergestellt. Hierzu zwang König Karl XII. von Schweden in der Konvention von Altranstädt den Kaiser, der zudem sechs weitere Gotteshäuser gnadenvoll bewilligen mußte, die sogenannten ’Gnadenkirchen’ in Freystadt, Sagan, Militsch, Hirschberg, Landeshut und als einzige evangelische Kirche in Oberschlesien jene in Teschen. Bis zur Gleichstellung der Konfessionen dauerte es jedoch noch bis 1742, bis zur Eroberung Schlesiens durch Preußen. Für die friderizianische Zeit wurden dann die sogenannten ’Bethauskirchen’ charakteristisch. Der Westfälische Frieden führte somit zur Herausbildung der singulären evangelischen Kirchenlandschaft Schlesien sowie zu einem mit anderen Territorien kaum vergleichbaren Nebeneinander der Konfessionen.

                                                                                         Ulrich Schmilewski

Gnadenkirche - Vorkriegsbild

Die prächtige Innenräumen der Gnadenkirche können wir jetzt lediglich an den bewahrten alten Fotos oder Ansichtskarten bewundern.